Japan

Die Yakuza – Die mächtigste Mafia Japans

Die brutalste Mafiaorganisation Japans
Geschrieben von Florent V.

Yakuza

Die Yakuza (dt. gewalttätige Gruppe) ist eine Mafiaorganisation, die schon seit mehr als drei Jahrhunderten besteht. Der Begriff „Yakuza“ ist eine Zahlenkombination Ya-Ku-Za, also 8-9-3. Diese Zahlen entstammen dem Kartenspiel Oichi-Kabu, einer Art japanisches Blackjack. In diesem Kartenspiel gelten diese Zahlen als wertlos, weshalb sich die Yakuza selbst „die Wertlosen“ der Gesellschaft nennen. Die Yakuza besteht aus mehreren verfeindeten Kumi (jap. Banden), zusammenfassend werden diese Banden in der Presse „japanische Mafia“ genannt.

Yakuza auf Japanisch

Yakuza auf Katakana

Die Geschichte der Yakuza

Der Ursprung der Yakuza ist bis zur Edo-Periode, also 1600 – 1868, zurückzuführen. Zu dieser Zeit gab es viele Glücksspiel-
syndikate zu derer Mitgliedschaft Menschen von „niederer Geburt“, also Bauern, Handwerker und Kaufleute gehörten. Das Problem war zu dieser Zeit, dass Menschen, die ihr Hab und Gut durch Glücksspiel, Naturkatastrophen oder Plünderer verloren haben, keine andere Möglichkeit besaßen, als dieser Organisation beizutreten. Diese sorgte nämlich dafür, dass Menschen wieder Arbeit und Nahrung hatten.

Jedoch war die Organisation zu dieser Zeit eher schlecht, da das jeweilige Dorf ihre eigene Strukturen besaß. Erst ab der Showa-Zeit, also ab 1926, und insbesondere nach der Niederlage Japans im zweiten Weltkrieg 1945, erlangten die „Wertlosen“ einen relevanten Einfluss auf die gesamte japanische Bevölkerung. Zu dieser Zeit wurden die Struktur und die Organisation immer moderner und stärker. Sie organisierten mitunter den Schmuggel und Schwarzmarkt und waren sogar in der Lage extra-legale Methoden zu kreieren um illegale Machenschaften durch zusetzten.

Japan wurde 1952 als souveräner Staat anerkannt. Diesen Wandel nutzte die japanische Organisation um eigene wirtschaftliche Aktivitäten aufzubauen z.B. im Glücksspiel und der Bauwirtschaft. Ab dem Jahr 1970 stieg die Yakuza sogar in den Börsenhandel ein. Viele Firmen und Gesellschaften wurden zu dieser Zeit für Schutzgeld erpresst. 1992 trat das Boryokudan-Gesetz ein, was die Yakuza, die als gewalttätig gilt, unter Druck gesetzt hat. Die Mitgliedschaft war nicht illegal die sichtbare Mitgliedschaft jedoch schon. Zu dieser Zeit hat sich die kriminelle Organisation zurückgezogen.

Der wirtschaftliche Abschwung Japans in den 1990er Jahren schädigte die Einnahmen, was dazu führte, dass die Methoden der Organisation geändert werden mussten. Heutzutage betreiben sie „traditionelle“ Mafia-Aktivitäten wie Prostitution, Drogenhandel und Menschenhandel. Der Handel auf der Börse ist heutzutage schwierig für die Yakuza geworden, da mit dem Verlauf der Zeit immer mehr Gesetze eingeführt wurden, welche sie immer weiter davon weggetrieben haben.

Organisation und Struktur

3 größten Yakuza-Familien

Yakuza Familien Bildquelle: www.animepro.de

Die Yakuza besitzt drei Hierarchiebenen. Die unterste Ebene besteht aus den Kobun (jap.Söhne), welche die „Schmutzarbeit“ durchführen wie Drogenhandel und Menschenhandel. Der Kumicho (jap. Bandenchef) ist der Leiter der Kobun und hat somit eine Art Überwachungsrolle innerhalb der Hierarchie. Ganz oben in der Hierarchie steht der Oyabun (jap. Vater). Der Kumicho und die Kobun sind dem Oyabun zu absoluter Gehorsamkeit verpflichtet bis in den Tod. Der Oyabun wird auch als „einer, der über den Wolken lebt“ bezeichnet, was eine metaphorische Verdeutlichung für die Unantastbarkeit des Oyabuns ist. Das Aufnahmeritual ist relativ aufwändig gestaltet, da die zukünftigen Kobun in den traditionellen Gewändern erscheinen und einen Schwur zur absoluten Gehorsamkeit abgeben müssen.

Im heutigen Japan herrschen drei große Yakuza Gruppen: Die Yamaguchi-gumi ist die Größte der drei Banden mit etwa 20.000 Mitgliedern. Danach folgt die Sumiyoshi-kai  mit um die 6000 Mitgliedern. Die kleinste der drei Banden ist die Inagawa-kai mit 5000 Mitgliedern. Darüber hinaus gibt es 18 weitere Gruppierungen, die insgesamt 8000 Mitglieder haben. Insgesamt wird die Anzahl der Mitglieder auf etwa 80.000 geschätzt, da es auch sehr viele jun-koseiin, (jap. Halbmitglieder) gibt, die auf Bedarf eingezogen werden können. Wirtschaftlich gesehen setzt sie rund 80 Milliarden Dollar um. Für Mafiaverhältnisse ist dies einer der größten Einnahmen in der Geschichte der Mafia.

Kennzeichen der „Wertlosen“

Das Mitgliedszeichen der „Wertlosen“ sind diverse Tätowierungen auf dem Körper. Zum Beispiel haben sich Bauern oder Handwerker, die der Yakuza beigetreten sind Namen wie Tiger, Drache oder Kranich gegeben, die dann auch als Tätowierung umgesetzt wurden. Die Bestrafung bei begangenen Fehlern innerhalb der Mafia ist mitunter grausam gestaltet. Ein Fehler zu begehen wird als „Gesichtsverlust“ bezeichnet. Um diesen Fehler zu anulieren, muss der/diejenige sich mit speziellen Utensilien einen Finger abschneiden. Dieses Ritual stammt aus der Zeit der Samurai und wird Yubitsume genannt. Da mit jedem verlorenem Finger das Schwert immer schlechter in der Hand lag, versuchte man schon damals den Menschen zu verdeutlichen, dass Fehler schwerwiegende Folgen nach sich ziehen.

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Florent V.

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