Italien

Entstehung der Mafia – ihre Wurzel in Sizilien

Geschrieben von gian

Der Ursprung des weltweitbekannten Wortes Mafia ist Sizilien. Einfach erklärt ist die Mafia eine Gruppierung von Personen mit strenger Hierarchie, die durch Erpressung, Gewaltakt und Beeinflussung der Politik versucht die Macht an sich zu reißen. Sie besteht aus mehreren Familien, die jeweils für bestimmte Bereiche und Orte zuständig sind. Im Endeffekt ist sie nichts anderes als eine, wie man heute sagt, kriminelle Organisation. Die bekannteste, wenn nicht sogar die weltweit bekannteste Mafia, ist die Cosa Nostra (die eigentlich der Inbegriff dieses Wortes ist!). Loyalität ist im Übrigen ein wichtiges Stichwort zum Thema. Doch darauf komme ich gleich zu sprechen.

Die Tatsache, dass der italienische Staat meist nicht in der Lage war die Probleme der sizilianischen Bevölkerung zu lösen führte dazu, dass die Mafia im Laufe der Zeit sich praktisch die „Funktionen des Staates“ aneignete und verbreitete. Im 19. Jahrhundert war die Aufgabe der sizilianischen Mafia lediglich das Bewachen und Schützen von Grundstücken, Waren und Sonstigem der Adligen Siziliens vor aufständischen Bauern und Räubern. Ein historisches Dokument bereits aus dem Jahre 1837 bringt hervor, dass der Generalstaatsanwalt von Trapani Pietro Calà Ulloa über mafiaähnliche Aktivitäten informierte. Um genauer zu sein sprach er von einer Gruppierung, die sizilianische Politiker bestachen.

Selbstverständlich gab es Erpressung, Gewalt und co. bereits vor 1837. Keine Bange. Jedoch nicht in der Art und Weise, in der Konstellation und vor allem nicht in der Zielsetzung wie es bei der M. der Fall ist.

Das Wort Mafia wurde übrigens erstmals vom kriminellen italoamerikanischen und sogar ersten Kronzeugen der sizilianischen Mafiageschichte Joseph „Joe Cargo“ Valachi öffentlich verwendet.

 

Vergleich Mafia alt und modern

Entstehung Mafia

Entstehung der Mafia

Die alte, traditionelle Mafia aus dem 19. Jahrhundert kann man natürlich nicht mehr mit der modernen von heute vergleichen. Zur Geburtszeit der Mafia hatte Loyalität Gewicht. In der Mafiageschichte verliert Loyalität nach und nach seine Bedeutung. Früher war es sehr wichtig, dass man  sich in keine Beziehungen mit Frauen anderer Mafiosi-Mitgliedern einlässt. Laut Büchern, Dokumentationen und Berichten ist es heute dem nicht mehr so. Die Regeln werden nicht mehr vollständig beachtet. Weitere Beispiele: Man darf sich nicht betrinken und keine Clubs besuchen. Auch eine Regel, die nicht mehr so eingehalten wird, wie es mal erwünscht war. Zum Thema Regeln: Die sizilianische Mafiosi folgen bekanntlich einem Codex. Darüber werde ich noch berichten, aber gesondert. Es würde nur den Rahmen sprengen.

Noch ein letzter Vergleich der alten und neuen: Die Mafia von damals, also die meisten Mafiabosse der früheren Generationen, waren beispielsweise gegen Import von Drogen in ihren Zonen. Ich möchte nichts schönreden, aber die sizilianischen Bosse zu der Zeit wollten nunmal nicht, dass ihre Bevölkerung sich vollpumpt mit Drogen. Sie kannten nämlich die Konsequenzen. Natürlich waren die Bosse nicht nur aus dem Grund gegen Drogenhandel. Ein weiterer Aspekt von vielen war zudem der Konkurrenzkampf zwischen den Gruppierungen. Drogenkrieg ist eine zwingende Schlussfolgerung. Man brachte praktisch Unheil im Lande. Heute geht es größtenteils nur noch um das große und schnelle Geld, dabei spielt es keine Rolle mehr, ob mit Drogen oder Menschenhandel.

PS: Ich würde mich darüber sehr freuen und sehr dankbar sein, wenn Du diesen Beitrag ganz einfach und schnell teilst. 🙂

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gian

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